Warum wir keine Welpengruppen anbieten

Wir alle wünschen uns einen netten Familienhund. Er soll nicht jagen, nicht betteln, zu jedem freundlich sein, alle anderen Hunde mögen und vor allem er soll sich an uns orientieren. Wir wünschen uns einen Hund der sich gerne mit uns beschäftigt und jedes Kommandos freudig ausführt. Doch kleine und große Fehler in der Erziehung führen oft zum Gegenteil. Unser Hund zieht plötzlich zu jedem anderen Hund hin, macht eventuell sogar lautstark Theater an der Leine und ist nicht mehr ansprechbar. Er springt fremde Menschen an, ist im Freilauf nicht mehr abrufbar und vergisst manchmal sogar seinen Namen.

Sich mit uns zu beschäftigen und sich an uns zu orientieren, das muss dein Hund erst lernen, damit kannst du schon im Welpenalter anfangen.
Was passiert z.B. wenn du deinen Welpen in eine Spielstunde bringst, dann lernt er "Mein Frauchen fährt mich hierhin, damit ich mit anderen Hunden Spaß habe". Machst du sowas regelmäßig, dann wird dein Hund sich viel nach außen orientieren, weil er gelernt hat, dass das ok ist und Frauchen sich darüber freut. Er hat Spaß ohne dich.
Viel schöner ist es doch, wenn du mit deinem Hund zusammen die Welt erkundest, ihr kleine Spielchen spielt und zusammen Spaß am Lernen habt. Dann bist DU für deinen Hund nämlich die Größte, auch wenn andere Hunde in der Nähe sind.

"Aber mein Welpe soll doch Sozialkontakte haben und gut sozialisiert werden" denkst du jetzt bestimmt.
Das ist auch ganz richtig. Welpen bringen zwar eine Basis an Kommunikation mit, müssen die Feinheiten aber noch lernen und festigen. Doch in der Welpengruppe sind in der Regel nur andere Welpen anwesend, das bedeutet, auch die anderen müssen noch viel an sozialen Fähigkeiten lernen. Es fehlt also an Vorbildern. Von einem anderen Welpen, der ebenfalls noch nicht fertig mit seiner Entwicklung ist, kann dein Welpe also gar nichts lernen. Das führt oft zu Mobbing unter den Hunden. Die selbstsicheren Welpen jagen oder ärgern die unsicheren Welpen. Viele Besitzer stehen dann daneben und finden das wilde Spiel "niedlich", nicht wissend dass damit das nächste Problem anfängt.
Wenn du einen unsicheren Welpen hast, den du in so einer Situation nicht schützt, dann wird dein Hund bald sein Vertrauen in dich verlieren. Er lernt, dass du nicht auf ihn aufpasst und im schlimmsten Fall wird er anfangen sich selber zu verteidigen und nach anderen Hunden schnappen um sie fern zu halten.

Ein ganz anderer Punkt ist die Zeit. Hunde schlafen viel, Welpen noch mehr. Eine ganze Stunde Aktion am Stück zusammen mit der Reizüberflutung an anderen Hunden und Menschen ist einfach viel zu viel für so einen jungen Hund. Du solltest ruhiges Verhalten deines Hundes fördern und dahin gehen, wo er es ausleben kann. Bringst du ihn immer wieder in Situationen denen dein Welpe noch nicht gewachsen ist, dann erziehst du dir einen nervösen Hund, der Schwierigkeiten hat Ruhe zu finden.
Du siehst, die meisten Probleme fangen bereits im Welpenalter an. Auch eine gut gemeinte Welpenspielgruppe kann dir das Zusammenleben mit deinem Liebling um einiges erschweren.

Investiere deine Zeit lieber in eine gute Basis und erlebe viel mit deinem Hund. Lass ihn auch gerne mal ein paar andere Hunde treffen. Aber denk dran auf ihn zu achten, ihn nicht zu überfordern und im Zweifel lieber beschützend einzugreifen.

Denn das beste Vorbild und der beste Sozialpartner für deinen Hund bist immer noch du selbst.